Evangelisch-Lutherische
Kirchengemeinde Roth

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Losungen

Tageslosung von Mittwoch, 11. Dezember 2019
Noah fand Gnade vor dem HERRN.
Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben.

Ich sitze im Sand am Meer und schaue den Wellen zu, wie sie unaufhörlich ans Ufer rollen. Mal stärker, mal sanfter, es hört nie auf. Ich schaue den Kindern beim Toben in den Wellen zu. Ein älteres Ehepaar läuft barfuß am Strand entlang und freut sich über die Kinder im Wasser. Der Ball, mit dem die Kinder spielen, verirrt sich an den Strand, der Mann hebt ihn auf und wirft ihn kraftvoll zurück. Seine Frau lacht ihn an. Mein Blick geht übers Wasser, ich sehe die kleinen Schaumkronen auf den Wellen. Bis die Welle am Ufer ankommt,...

ist der Schaum weg. Das blaue Meer ist für mich etwas Tröstliches, weil es immer da war und ist und sein wird. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Meere und Seen mit ihrem Wasser, das sind für mich besondere Sehnsuchtsorte, wo ich gerne bin. Andere gehen in die Berge. Ich liebe das unendliche Meer, dessen Horizont scheinbar direkt auf den Himmel trifft.

An einem Abend auf meiner Urlaubsinsel blieb auf einmal das Leitungs- und Trinkwasser weg. Am Morgen war es wieder da, niemand wusste, warum es ausgeblieben war. Ganz kurz habe ich mir an meinem Sehnsuchtsort Sorgen gemacht: Was, wenn das alltägliche Realität werden würde?

Die Wissenschaftler des Weltklimarats haben eine aktuelle Durchschnittstemperatur an Erwärmung von 1,53 Grad Celsius über Land angegeben. Wenn wir die langsamer ansteigenden Meerestemperaturen einrechnen, sind es 0,87 Grad. Selbst dann sind wir in wenigen Jahrzehnten mit großen Siebenmeilenstiefeln dem eigentlich gesteckten Klimaschutzziel von nicht mehr als 1,5 Grad Erwärmung schon sehr nahe gekommen. Ist das nun alles Klimahysterie? Der griechische Philosoph Thales hat gesagt: Alles hat im Wasser seinen Ursprung. Vielleicht kann uns die die Erfahrung des drohenden Mangels etwas bewusst machen: Wasser bestimmt uns. Wir tun zwar so, als hätten wir beim Wasser alles im Griff und müssten nur den Wasserhahn aufdrehen. Doch wir sind abhängig vom Wasser.

Wasser kann uns im übertragenen Sinn etwas lehren: Dass Wandlung und Veränderung das Normale am Leben ist. Nicht das Beständige und Bleibende. Leben lässt sich nicht konservieren. Wasser lehrt uns, wie wir uns wandeln können, ohne uns selbst aufzugeben.

Evangelische Morgenfeier Bayern 1 vom 1.9.2019 von Eberhard Hadem (Auszug)