Evangelisch-Lutherische
Kirchengemeinde Roth

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Tageslosung von Montag, 24. Juni 2024
JOHANNISTAG
HERR, lass mir deine Barmherzigkeit widerfahren, dass ich lebe.
Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.

In einem Kriegsgefangenenlager entstand ein eindrucksvolles Weihnachtstryptichon mit Symbolcharakter

In diesen Tagen beginnt die Zeit der Advents- und Weihnachtsfeiern. Die evangelische Kirchengemeinde in Roth geht seit 2013 jedes Jahr mit einem mehrwöchigen thematischen Projekt in diese besonderen Wochen.
Mit den Worten „… und Friede auf Erden“ ist das diesjährige Advents- ­und Weihnachtsprojekt überschrie­ben, das eine Brücke schlagen will zwi­schen den Friedenshoffnungen des Jahres 1945 und denen des aktuellen Jahrs 2015.
Nach „Engel in der Stadt“ und „Lichtblicke“ steht heuer der „Altar von Norton Camp“ im Mittel­punkt einer Reihe von Veranstaltun­gen. Hanna und Uwe Thorbeck sowie Pfr. Joachim Klenk verantworten das dies­jährige Projekt, das in vielen Grup­pen, Kreisen, Gottesdiensten und Ver­anstaltungen seinen Niederschlag fin­den wird.

Kistenabfälle, Zeichenpapier und Konservendosen sind die „Rohstoffe“, aus denen der Kunsterzieher Werner Oberle und sein Mitgefangener Hans Nickles zusammen mit 30 weiteren Häftlingen im Kriegsgefangenenlager Norton Camp in Mittelengland am ers­ten Weihnachtsfeiertag des Jahres 1945 ein eindrucksvolles Weihnachts-Tryptichon gestaltet haben. Einfachs­te Materialien haben die Männer damals im Vertrauen auf die frohe Weihnachtsbotschaft zu einem Kunst­werk strahlender Symbolkraft zusam­mengefügt.

Die Flügel öffnen ... 
 Hans Nickles hat den Altar nach sei­ner Entlassung aus dem Camp mit nach Hause gebracht. Am 1.Februar dieses Jahres ist er im Alter von 92 Jah­ren gestorben. Seine Söhne Reinhold und Heiner sowie die Familie Oberle haben es möglich gemacht, dass der Original-Altar nun am Heiligen Abend in der Rother Stadtkirche zu sehen sein wird.
 Bis heute haben der Altar und seine Entstehungsgeschichte nichts von ihrer Strahl- und Aussagekraft verlo­ren: Ein verbindendes Symbol des Friedens, entstanden in einem Kriegs­gefangenenlager. Einzelne Bilder aus dem Tryptichon werden die Kirchen­gemeinde in Gottesdiensten und bei anderen Veranstaltungen durch die bevorstehende Advents- und Weih­nachtszeit
 begleiten. „…und Friede auf Erden“ heißt es erstmals beim Familiengottesdienst am ersten Advent, 29.November, der vom Team und den Kindern der Kin­derkirche, dem evangelischen Kinder­garten „Regenbogen“, dem Gospel­chor sowie Hanna Thorbeck und Pfar­rer Joachim Klenk gestaltet wird. Anschließend findet im evangelischen Gemeindehaus das traditionelle Ein­topfessen zugunsten der Aktion „Brot für die Welt“ statt.
Am Mittwoch, 2.Dezember, um 19 Uhr im Alten Rathaus und am Frei­tag, 4.Dezember, um 17 Uhr in der Seniorenresidenz Augustinum berich­tet Hanna Thorbeck über die Geschichte des Altars von Norton Camp. Über viele Jahre hinweg hat die Rotherin die Hintergründe und der Entstehungsgeschichte dieses besonderen Kunstwerks nachgespürt, hat mit Zeitzeugen gesprochen und sich aus unterschiedlichsten Quellen ein vielschichtiges Bild des Altars und seiner Vergangenheit erarbeitet.
Am Mittwoch, 9.Dezember, um 18.30 Uhr stellt Hanna Thorbeck dann ihr gerade erschienenes Buch „...und Friede auf Erden – Der Weihnachtsaltar von Norton Camp“ in der Buchhandlung Genniges in Roth vor. Auch der Adventsgottes­dienst zum „Lobgesang der Maria“ am dritten Adventssonntag, 13.Dezember, um 9.30 Uhr in der Otti­lienkirche in Pfaffenhofen steht im
 Zeichen des Altars. In den Festgottesdiensten am Heili­gen Abend um 17 und um 19 Uhr in der Rother Stadtkirche sowie um 19 Uhr in Bernlohe wird die besondere weihnachtliche Botschaft des Altars von Norton Camp ebenfalls eine tra­gende Rolle spielen. Am Heiligen Abend steht der Altar dafür im Origi­nal auf dem Altar der Rother Stadtkir­che. 
 
 ... und schließen sich
 
Am Sonntag, 17.Januar, wird sich der Altar schließlich aus der Stadt ver­abschieden. Seine Flügel werden im Rahmen eines feierlichen Gottesdiens­tes geschlossen, und er geht wieder auf Reisen, getragen von der Friedens­botschaft der biblischen Weihnachts­geschichte. Dank und Ausblick wer­den diesen Gottesdienst mit Pfarrerin Elisabeth Düfel und Hanna Thorbeck prägen.
  Fast sechs Wochen lang wird der Altar von Norton Camp die Christen der evangelischen Pfarrei Roth-Pfaf­fenhoffen dann begleitet haben. Die Geschichte des Kunstwerks und vor allem die Geschichte der Menschen, die ihn gebaut haben, soll bis dahin viele Rother faszinieren, erstaunen und berühren.

© Roth-Hilpoltsteiner-Volkszeitung vom 24.11.2015